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Transalp von München nach Venedig – Juli 2021

Exathlon goes to Venice

22.7.-26.7.2021

Nachdem uns die Pandemie vielfach ausgebremst hatte, brauchten wir ein kleines High-Light und beschlossen einen Kurztrip nach Venedig mit dem Rennrad. Wir waren zu viert, als die Planung konkret wurde: Patricia, Kordula, Jens und Albertano. Die Vorfreude war gigantisch und hat sämtliche Wochenend-Trainingsfahrten überstrahlt.

 

Die „Wie-Zurück?“ Frage löste sich in Wohlgefallen auf, als wir von einem Fahrradshuttle Transalp erfuhren, der in Venedig startet und bis zum Brenner Fahrradfahrer einsammelt, die er zurück bringt.
Als der Tag nahte, gab es einen herben Wermutstropfen zu schlucken: Patricia hatte sich das Knie verletzt und musste zu Hause bleiben.

Start Donnertag, 22.7.21, 7:00 Kugler Alm bis Sterzing. Endlich! Das erste Stück wohlbekannt und oft gefahren, Frühstück in Tölz. Weiter zum Sylvensteinstausee und in die Traumlandschaft am Achensee. Mittagessen in Schloss Mitterhart im Inntal, im Garten direkt am Inn. Das Lokal hatten wir schon vorher ausgekundschaftet, wir wollten gutes österreichisches Essen und bekamen es.

Dann, nach 25 km, der erste Anstieg rauf zum Brenner – sehr steil, bei 30 Grad Hitze. Dann geht es lange hinter ins Tal bei wechselnden, weniger giftigen Steigungen. Wir fuhren in eine Gewitterfront hinein und, natürlich, Regen, nass, kalt. Ein Temperaturunterschied von 20 Grad, jede Steigung war jetzt willkommen um ein bisschen warm zu werden.

 

Endlich oben am Brenner, dachten wir, dass wir gleich in Sterzing sind, aber es zog sich. 19:30 im Hotel, kaputt und glücklich.

Die nächste Etappe ab Sterzing war anfangs wunderschön, ein Höhenweg am Waldrand in herrlicher Landschaft. Ein Radweg geht fast durchgängig bis Trento. Etwas später im Tal läuft die Trasse fast schnurgerade zwischen Obstplantagen. Und ständig starker Gegenwind. Etwas Erleichterung verschaffte nur der belgische Kreisel, doch es war sehr anstrengend. Immerhin eine gute Pizza mittags – Italien! Unser Hotel war in Pergine geplant, das letzte Stück waren nur einige Kilometer Steigung, wir wussten das. Doch krass, davon vielleicht 3km 20%!! Ich musste absteigen und schieben, anders ging’s nicht. Die Bergwertung ging wie immer an Albertano, aber Jens hält bei sowas locker mit. Das Hotel war wieder ein Hit. Sehr authentisch mit hervorragender Küche (Gnocchi mit Tomatenessenz, Polenta mit gebratenem Käse, mmmhh).

Am 3. Tag bekamen wir Gesellschaft von einem Freund Albertanos mit seinem Bianchi, Antonio. Wieder ein wunderbarer Radweg am Fluss Brenta entlang. Genussradeln, sanft bergab, heiße Sonne, kühle Brise vom Wasser, so liefs bis Bassano del Grappa, wo wir dank unseres Local Guides in einer Trattoria hervorragend Mittag gegessen haben. Auf den Grappa mussten wir leider verzichten.

       

Nach der Verabschiedung Antonios: weiter, weiter, weiter, das Veneto ist warm und schwül. Und dann konnten wir das Meer riechen, die Kilometer bis Venedig purzelten, die Aufregung stieg. Da war sie, die Brücke von Mestre nach Venedig, über’s Meer.

Ein großes Glücksgefühl, fast rauschhaft erfasste uns: wir waren in Venedig. Drei Tage durch wunderbare Landschaften, und man ist in einer anderen Welt. Unser Hotel lag perfekt sehr nahe dem Ort, bis zu dem man radeln kann. Klein aber fein, in einem alten Palazzo, bezogen wir Quartier, ganz in der Nähe ein lebendiger Platz mit vielen Lokalen.

Den ganzen folgenden Tag stromerten und schipperten wir durch Venedig, vom Markusplatz über das jüdische Viertel zum Cimitero von San Michele – Kaffee in La Giudecca, Aperitif und Cicchetti in Dorsoduro.

     

Für den letzten Abend hatten wir uns ein perfektes Lokal reserviert und exzellent gegessen, auch hier „belgischer Kreisel“, die Teller wurden weitergereicht, so konnten wir alles bestellen, was uns angelacht hat. Bei einer Flasche Wein, versteht sich.

 

Jetzt ist es Montag, 15:00 nachmittags, wir fahren gerade mit dem Shuttle durch Garmisch und werden in einer Stunde in München sein.

Diese Tour war ein vollkommenes Highlight, nächstes Jahr wieder!

Kordula K.