Bericht Ironman Lanzarote 2009

Mit der Aussage vom Race Director Herrn Kenneth Gasque im Hinterkopf(“ In diesem Club kann man sich die Mitgliedschaft nicht kaufen, man verdient sie sich durch eine Leistung“) kommen Dennis und ich auf Lanzarote an. Datum ist der Wettkampftag -4. In Zahlen: 19.05.2009.

Schönes Wetter, warme Temperaturen – alles deutet an diesem ersten Tag auf herrliche Bedingungen.Typisch für Lanzarote natürlich auch, dass dann die Sonne so richtig „knallt“. Einchecken im Club „La Santa“. Wir beziehen ein Zimmer mit wunderbarem Blick auf die Lagune und Pool – so kann es weitergehen… 🙂

Am zweiten Tag, Mittwoch, ist akklimatisieren angesagt. Nur eine kleine Schwimmrunde im Olympischen Pool und wir kümmern uns um das Zusammenbauen der Räder.

Erst am dritten Tag wird es langsam so richtig ernst:  Die Startnummern werden abgeholt und so scheint uns der bisher als Mythos empfundene „Ironman“ zum greifen nah. Keine Zeit für Gänsehaut, denn die Vorbereitung für den großen Tag ist in vollem Gange: Anmeldung, Startpass, Startnummern und die Organisation der einzelnen Busfahrten.Vor allem die Heimfahrt  direkt zum Hotel nach dem Rennen muss gut geplant sein – aufs Radl steigen danach wäre eine üble Sache.Mutig entscheiden wir uns für den Bus um 22h, denn dann sollten wir spätestens im Ziel angekommen sein!Es kam anders als wir dachten, aber dazu später mehr…

Noch am selben Nachmittag legen wir ein Koppeltraining ein, um die Beine wieder locker zu bekommen.Dann am Abend ein erster unvergesslicher Moment: Die Parade der Nationen, wo sich sämtliche Teilnehmernationen vorstellen. Beeindruckend viele Nationalitäten lassen sich finden, selbst Uruguay war präsent.Deutschland ist beim diesjährigen Ironman das Land mit der drittgrößten Teilnehmerzahl, Belgien hat die fünftgrösste Teilnehmerzahl.

Der dritte Tag war mit einer seltsamen Spannung untermalt. Das liegt vor allem daran, dass man die respektvollen Blicke der unzähligen Teilnehmer überall spüren kann…Eine ernsthafte Stimmung herrschte auch am Nachmittag beim Fahrrad Check-In. Aufheiternd war für viele mit Sicherheit mein Sattel, den ich ein paar Minuten zuvor noch  mit Tape zusammen geklebt habe. So sammelte ich teils mitleidige, aber auch schmunzelnde und lustige Blicke.Nachdem Rad, Beutel (für den Wechsel Schwimmen-Rad und Rad-Laufen) abgegeben sind, geht es wieder Richtung Club.

Am Abend vor dem Wettkampf war dann natürlich schon früh „ab ins Bettchen“ angesagt, denn der Wecker klingelt in nicht weiter Ferne – zu einer absolut unmenschlichen Uhrzeit:Der Bus startet um 4.30Uhr (kein Schreibfehler) und Start ist um 7.00Uhr.  Und wirklich, als dann das schrille Weckerläuten ertönt ist es plötzlich soweit: Ein grosser (und sicher langer) Tag steht mir bevor, ein Tag auf den ich lange gewartet habe. Ein Tag, auf den viele andere Tage ausgerichtet wurden. Mit einem etwas mulmigen Gefühl steige ich deshalb aus meinem noch warmen und kuscheligen Bett…Scherze und Juxereien lasse ich zurück unter der Bettdecke und den anderen Startern ging es wohl nicht anders, denn schon im Hotel liegt eine Spannung  in der Luft. Eine Spannung, die weniger beklemmend als mehr positiv und motivierende Wirkung auf mich hat.gute Vorbereitung erspart später Zeit und Nerven, deshalb gilt Sandwich zusammen packen, übrige Sachen sammeln, Neopren mitnehmen und nicht vergessen: Zähne putzen;)Ein letzter Blick streift durch den Raum, bevor es endgültig heisst: „En avant marche! “

Angekommen am Bus fallen schon gleich wieder die Augen zu –  offensichtlich ist es nicht die richtige Zeit für uns.Eine halbe Stunde später wird die lauschige Ruhe abgebrochen, wir sind in Puerto del Carmen, dem Startbereich für den Ironman Lanzarote 2009.

Der „Point of no return“ ist erreicht.

Mit schweren Beinen geht es Richtung Rad. Etliche Powerbars und Salztabletten kommen in das speziell angekaufte Säckchen und natürlich die obligatorischen 20 Euro – man weisst ja nie, wofür man sie noch brauchen kann! Der Startbereich füllt sich mehr und mehr und die meisten sind sogar schon im Neopren. Ich aber bin immer noch dabei, meine Schwimmbrille und Bademütze zu kontrollieren.

Und da: Plötzlich ergreift mich die nackte Panik: Ich hab sie im Hotelzimmer vergessen! Doch nach kurzem Suchen dann doch Beides wieder gefunden. Das war für mich der innerliche Startschuss, dass es schon laufen werde…egal was passiert, immer ruhig bleiben..:-)

Also rein in den Neopren,  sogar Dennis noch gesucht und gefunden, und dann beide Richtung Strand in den Startbereich.10 vor 7h.  und eine wunderbare Aussicht auf eine aufsteigende Sonne, einfach traumhaft…Mmmh, doch keine allzu schlechte Idee sich hier den Start anzutun….

Startschuss Punkt 7h, und schon sind die ersten weg,  nicht viel später paddeln auch wir vorbei!Gut war es, nicht in der Mitte,sondern an der Außenseite zu schwimmen. So konnte ich viele Schläge vermeiden, musste dagegen aber natürlich mehr schwimmen.Ein anderer Vorteil war, dass ich so gemütlich in meinem Rhythmus kommen kann und meine Energie richtig einsetze.Die erster Runde ist schnell vorbei -hehehe- 40 Minuten Schwimmen waren noch nie so schnell vorbei gewesen!Und ich freue mich auf die nächste Runde. So entdecke ich während des Wettkampf Gefallen daran, im Ozean zu schwimmen, was natürlich auch an all den niedlichen Fischen liegt.Nach der zweiten Runde eine kleine Dusche, Neo ausgezogen und schnell hoppelnd ging es Richtung Rad, erst aber noch umziehen.Um mich herum viele Leute, die genau das Gleiche tun wie du. Einige die da sind um dich einzucremen, als Schutz gegen die Sonne.Ein langer Weg zum Rad, ungefähr 400m und dann darf man aufsteigen für eine To(rt)our über 180km, mit insgesamt über 2500m Höhenmeter. Auf die Frage was ich tun sollte, damit ich nicht ganz untergehe beim ersten Ironman erhielt ich einen guten Rat eines Belgiers: Immer die Ruhe bewahren und vor allem ruhig angehen.

Und bei Luc van Lierde fällt es schwer, zu widersprechen…

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